Neue Bekanntschaft mit Clara und Hermann Hoffbauer

Nach sorgfältiger Restaurierung kehrten letzte Woche die Portraits von Clara (1830–1909) und Hermann (1819–1884) Hoffbauer nach Hermannswerder zurück.
Um den „Vorher-Nachher-Effekt“ zu erleben, muss man etwas genauer hinsehen. Aber dann erkennt man eine Signatur, wo zuvor nur eine dunkle Fläche war. Man sieht, wie die Blume am Kleid leuchtet, um die Schönheit der Dargestellten dezent zu unterstreichen. Und dass beide Bildnisse aufgefrischt, lebendig und prägnant wirken.

Die Restauratorin Carina Ostendorf-Köpnick aus Potsdam hat seit August fast 180 Stunden an den zwei Leinwandgemälden und Rahmen gearbeitet. Zentimeter für Zentimeter hat sie Malschichten gesichert und gesäubert, Firnis vorsichtig abgenommen, Fehlstellen gekittet und Konturen retuschiert.
Ihr Gutachten zeigt, dass beide Portraits von unterschiedlichen Malern stammen. Das Bildnis von Clara Hoffbauer fertigte 1850 der weitestgehend unbekannte Maler Fellwig an. Hermann Hoffbauer wurde 1861 von seinem Freund Eduard Hildebrandt, Mitglied der Berliner Kunstakademie und Königlich Preußischer Hofmaler, porträtiert. Mit Fertigstellung dieses Bildes wurden beide Portraits dann in die heutigen, gleichen Rahmen gefasst.

Bei ihrer Arbeit stieß die Restauratorin auf einige größere Schäden, Risse und Löcher, die bereits überarbeitet worden waren. Wahrscheinlich haben die Bilder vor allem in der Kriegs- und Nachkriegszeit gelitten. Nachdem sie zu Lebzeiten der Hoffbauers in deren Havel-Villa hingen, erinnerten die Portraits danach lange Zeit in der Kirche auf Hermannswerder an das Stifterpaar. Diakonissen retteten die Bilder vermutlich aus der im Luftangriff von 1945 stark beschädigten Kirche und hängten sie im sogenannten Feierabendhaus auf. Als in das Haus die Verwaltung der Hoffbauer-Stiftung einzog, schmückten die Portraits den Konferenzsaal und zogen mit der Verwaltung im letzten Jahr ins Haus 2b auf Hermannswerder. Frisch restauriert können die Hoffbauers nun im Besprechungssaal weiter die Geschicke ihrer Stiftung im Blick behalten.

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