Gegen das Vergessen
Stolpersteine putzen

Elie Wiesels Worte „Wir müssen sicherstellen, dass die Erinnerung bewahrt wird“, leiteten Stefanie Bindemann und ihre Kolleginnen durch die Woche des Gedenkens an die Pogromnacht vor 80 Jahren. Dürfen wir Grundschulkinder mit diesem Thema konfrontieren, fragten sie sich. Und ja, als evangelische Schule müssen wir das!

Gleich nach den Herbstferien befassten sich die Jahrgänge vier bis sechs der Evangelischen Grundschule Mahlow mit dem Schicksal der Familie Amster, die in der Trebbiner Straße 41 ihr Zuhause hatte.

Über das Kinderbuch Papa Weidt von Inge Deutschkron wurden die Kinder an das Thema und die wichtigsten Hintergrundinformationen herangeführt. Dass der Schrecken der Naziherrschaft und die Verfolgung jüdischer Menschen auch ganz in der Nähe geschah, dass selbst Kinder vor Verfolgung nicht sicher waren, konnten die Schülerinnen und Schüler im Gespräch mit Jürgen Stiel erfahren. Aus seiner Initiative entstanden die Stolpersteine vor der „Grünen Villa“. Jürgen Stiel erzählte und war überrascht über die vielen Fragen der Kinder. Sie entwickelten eigene Ideen und Formen des Gedenkens, die sie am Ende der Projektwoche in der Schule präsentierten.

Am 9. November luden sie zu einer Gedenkfeier am Haus der Familie Amster ein, sprachen ein Gebet, zündeten Kerzen an, legten Steine zum Gedenken dazu und zuletzt drei weiße Rosen auf die frisch polierten Stolpersteine. Eine für das Ehepaar Amster, eine für Julian Amster und seine beiden Schwestern und eine für alle Opfer des Nationalsozialismus. Hewenu Shalom sangen sie gemeinsam und hinterließen am Zaun vor dem Haus die mahnenden Worte Elie Wiesels.