„Der Tartüff” – Blender und Betrüger in der digitalen Zeit
März
Wann: Do, 21. März, 18.00; Fr 22. März, 19.00 Uhr; Sa, 23. März, 19.00 Uhr
Wo: Aula des Evangelischen Gymnasiums Hermannswerder

Eine Diktatur, die sich digital neu erfindet, die den Menschen bis in den letzten Winkel seines Gehirns durchleuchtet und ihn mit Hilfe von Big Data in ein Bewertungssystem presst, das passt zu Tartüff. – Schüler des Evangelischen Gymnasiums Hermannswerder bringen das Stück am 21., 22. und 23. März auf die Schulbühne.

Einer wie Tartüff wäre heutzutage wohl Berater oder Präsident. Damals wie heute fragt man sich, wie es so ein Heuchler und Blender immer wieder schafft, Karriere zu machen und andere um den Finger zu wickeln. Wie den Hausherrn Orgon und seine Mutter Madame Pernelle, die sich im Familienstreit bedingungslos auf Tartüffs Seite stellen. Als dieser schließlich entlarvt wird und beide den Betrug erkennen, ist es zu spät.

Auf Molières Schluss, bei dem der König die Ordnung auf überraschende Weise wiederherstellen lässt, wollte sich der Theaterkurs 12/2 unter der Leitung von Anne Malchow nicht verlassen. Am Ende soll dem Publikum das Lachen über die Verblendung des Patriarchen Orgon im Halse stecken bleiben und die Frage im Raum stehen, warum man sich solch offensichtliche Unverschämtheiten hat gefallen lassen und was das über den Zustand unserer Gesellschaft offenbart.

Molières Komödie wurde 1664 unter dem Titel „Le Tartuffe ou l‘Imposteur“ (Der Tarfüff oder Der Betrüger) uraufgeführt und sofort verboten, weil sich einflussreiche katholische Kreise in der Darstellung der Figur des Tartüff angegriffen fühlten. Erst als Molière den Schluss so entschärft, dass durch das Eingreifen des Königs der angeblich so fromme Tartüff entlarvt wird, darf das Stück gespielt werden.

Generalprobe   Donnerstag, 21. März, 18 Uhr
Premiere           Freitag, 22. März, 19 Uhr
Vorstellung       Samstag, 23. März, 19 Uhr