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Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht,
sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.
(Vaclav Havel)

EchriS – Evaluation christlicher Schulen

Die PISA-Studien, die um die Jahrtausendwende erschienen, hatten ein schlechtes Licht auf die deutschen Schulen geworfen. Das rief zwangsläufig die Schulaufsichten in den Bundesländern auf den Plan, die sich sehr intensiv daran machten, die Qualitätsentwicklung an ihren Schulen voranzutreiben. Dabei schossen einige über das Ziel hinaus und nahmen sich auch der Qualität von Schulen in freier Trägerschaft an. Es entbrannte eine Diskussion darüber, ob das zulässig sei oder ein unrechtmäßiger Eingriff in die Autonomie und Selbstbestimmung von Schulen in freier Trägerschaft. Obwohl sich letzteres als richtig erwies, gab es eine Reihe von Schulen in freier Trägerschaft, die sich freiwillig den staatlichen Maßstäben unterwerfen wollten.

Die Frage, ob sich Schulen in evangelischer Trägerschaft den staatlichen Qualitätskriterien stellen sollten oder einen eigenen Qualitätsrahmen entwickeln sollten, wurde ausgehend von der Konferenz der Referenten für Bildungs-, Erziehungs- und Schulfragen in den Gliedkirchen der EKD (BESRK) diskutiert. Es kristallisierten sich drei Wege heraus: eine völlige Unterordnung unter die staatliche Qualitätsanalyse, die Beschreibung eines evangelischen Qualitätsbereichs in Ergänzung zu den staatlichen und eine völlig eigenständige Qualitätsanalyse für Schulen in evangelischer Trägerschaft. Der dritte Weg führte zu EchriS.

EchriS – Förderung der Entwicklung christlicher Schulen e. V.

Da ein unabhängiges Instrumentarium auch unabhängig entwickelt werden sollte, schlossen sich Verantwortliche des christlichen Schulwesens, die sich über ihre beruflichen Aufgaben in Kirche, Diakonie, Forschung, Schulen und christlichen Trägerverbänden hinaus für die Förderung christlicher Schulen engagierten, zusammen und gründeten den Verein „EchriS – Förderung der Entwicklung christlicher Schulen e.V.“, der Träger des Projektes EchriS zur Evaluation christlicher Schulen war. Von Beginn an war EchriS offen für evangelisch und katholisch getragene Schulen und als Verein unabhängig von den Trägern und Trägerverbänden der christlichen Schulen.

So steht EchriS® für ein Instrument für die Evaluation und Entwicklung christlicher Schulen und EchriS e. V. als Träger des Projektes. Der Verein wurde 2004 in Nürtingen gegründet und 2020 durch Beschluss der Mitgliederversammlung aufgelöst. Die Satzung sah vor, dass im Falle einer Vereinsauflösung das Vermögen des Vereins an die Hoffbauer gGmbH geht. Seither ist EchriS Teil des ibe der Hoffbauer gGmbH, das Schulentwicklungskonzept und die Evaluation nach EchriS sind über das ibe abfragbar.

Schulentwicklung muss nicht immer eine groß angelegte Aktion oder Veränderung sein. Manchmal soll nur ein Aspekt der Schule beleuchtet werden. Dabei kann der Blick von außen helfen. Einzelne Merkmale, spezifische Kriterien – EchriS muss nicht als vollständige Evaluation oder als Matrix für die Schulentwicklung in die Schule kommen, um Schulentwicklung zu stärken oder zu starten.

Das ibe begleitet Ihre Arbeit in jedem Bereich der Schule mit dem Selbstverständnis von EchriS.

 

EchriS schlägt für die Evaluation christlicher Schulen drei Perspektiven vor:

  • die Perspektive der Schulgemeinde aus Schülern, Lehrern, Eltern, Trägerin und Partnern der Schule
  • die pädagogische Perspektive mit den Dimensionen Bildung, Erziehung und Betreuung
  • die christliche Perspektive mit den Dimensionen Hoffnung, Klarheit und Verantwortung

EchriS liegt ein spezifisches Evaluationsverständnis zugrunde. Es orientiert sich an den pädagogischen Aufgaben einer Schule, die sich mit Bildung, Erziehung und Betreuung überschreiben lassen. Wenn Bildung, Erziehung und Betreuung die zentralen Aufgaben staatlicher Schulen und damit auch staatlich anerkannter Ersatzschulen sind, dann versteht es sich von selbst, dass eine Evaluation christlicher Schulen diese „Pflicht“ einer Evaluation staatlicher Schulen perspektivisch einbezieht.

Eine Evaluation nach EchriS verläuft in fünf Phasen. In diesen Phasen sind insgesamt zehn Schritte zusammengefasst, die von drei Prozesszertifikaten unterbrochen werden.

Phase 1 | Die Schule setzt den Rahmen für die Evaluation.
Phase 2 | Die Schule entscheidet über die Qualitätskriterien.
Basiszertifikat | Die Schule evaluiert nach und mit EchriS.
Phase 3 | Das Evaluationsteam erhebt die Daten.
Phase 4 | Die Ergebnisse der Evaluation werden diskutiert.
Profilzertifikat | Die Schule hat die Selbstevaluation abgeschlossen.
Phase 5 | Die Schule trifft Zielvereinbarungen.
Entwicklungszertifikat | Die Schule hat die Entwicklungsziele benannt.

Wenn Sie die Broschüre "Praxishilfe" bestellen wollen, wenden Sie sich bitte an die Geschäftsstelle (kontakt@echris.org).

 

Bei der Durchführung von Evaluationen nach und mit EchriS stellte sich heraus, dass insbesondere Schulen im Aufbau von der Reflexion der Items von EchriS profitierten. Sie wurden nicht zur Überprüfung des Vorhandenen, sondern zur Planung des noch Fehlenden benutzt.

Schulentwicklung mit EchriS bedeutet eine systematische Reflexion der Schule mit all ihren Fassetten entlang der Items von EchriS: die persönliche Perspektive der Schulgemeinde findet ihren Niederschlag darin, dass alle an der Schule beteiligten Menschen ebenso auch an der Schulentwicklung beteiligt werden, also die gesamte Schulgemeinde aus Schülern, Lehrern, Eltern, Trägerin und Partnern der Schule.

Die christliche Perspektive von EchriS mit den Dimensionen Hoffnung, Klarheit und Verantwortung verlangt eine Auseinandersetzung der gesamten Schulgemeinde mit dem Aufgabenverständnis der Schulgemeinde und damit der Schule (Hoffnung), den Strukturen, in und mit denen Schule gemacht wird (Klarheit) und dem Umgang miteinander in der Schule (Verantwortung).

Die pädagogische Perspektive mit den Dimensionen Bildung, Erziehung und Betreuung zielt auf den Kern der Schule: die Begegnung von Menschen. Bildung als das, was bei jedem und jeder einzelnen geschieht, Erziehung als die Begleitung von anderen und durch andere und Betreuung als die Gestaltung des Rahmens, in dem Bildung und Erziehung stattfinden.

 

Wer sich EchriS und das Arbeiten nach und mit EchriS selbst erschließen will, kann dies über die nachfolgende Literatur oder die aufgeführten Materialien tun.

Zum Bestellen

(über kontakt@echris.org)

Praxishilfe zur Evaluation christlicher Schulen,
Auflage 2, 2010, 36 S. | 5,00 €

Vorschläge zur Entwicklung christlicher Schulen
Band 1 - PROFIL, 2009, 70 S. | 5,00 €

EchriS-Moderationskoffer zur praktischen Evaluation mit Kriterienkarten,
Feedback-Poster, Markern u.v.m. | 50,00 €

Dieter Miedza: „Kompetent in religiöser Elementarpädagogik Religionspädagogische Qualifizierung durch kompetenzorientierte Zusatzkurse“,
Reihe: Religion und berufliche Bildung, Band 7, 2014
ISBN: 978-3-643-12545-3 | 34,90 €

Downloads (PDFs)

EchriS-Materialien
Evaluation_Perspektiven und Dimensionen
Evaluation_Ablauf
Kriterium_Der positive Blick auf den Anderen
Kriterium_Gegenseitige Wertschätzung und Fürsorge

Über EchriS
Feierliche Übergabe des Basiszertifikats an die Evangelische Grundschule Potsdam
EchriS Institut eröffnet, PM 2009
EchriS Institut eröffnet, Stuttgarter Zeitung 2009
Trifelsgymnasium ausgezeichnet, 2009

Evangelische Bildungsarbeit
Dieter Miedza: "Missionarische Schule? Wie gehen kirchliche Schulen mit glaubens- und kirchenfernen Eltern um? Und was suchen eigentlich Eltern, für die Religion und Glauben nicht wichtig zu sein scheinen, an einer Schule in kirchlicher Trägerschaft für ihre Kinder? Ein Zwischenruf." [erschienen in Katechetische Blätter. Zeitschrift für religiöses Lernen in Schule und Gemeinde, 2020]
Manfred L. Pirner: Wie christlich können Schulen sein? Überlegungen aus christlich-pädagogischer Perspektive, 2009
Bildung in der „Kirche der Freiheit“. Ein kritischer Blick aus gemeindepädagogischer Perspektive
[erschienen in: Praxis Gemeindepädagogik, Heft 3/2009, S. 25-27]

Bildung ist mehr ...
Impulspapier zum Jahresthema 2009, Evangelischer Kirchenkreis Koblenz

Schulwesen allgemein
Christel Jungmann: Das zwei Wege-Modell im Schulwesen. Historischer Kompromiss oder Zwischenschritt?
Malcolm Gladwell: Most likely to succeed. How do we hire when we can't tell who's right for the job? in The New Yorker, 2008
Wie wäre es, gebildet zu sein? Festrede von Prof. Dr. Peter Bieri, PH Bern. 2005

Institut für Bildung und Entwicklung (ibe)
EchriS

Hermannswerder 2b
14473 Potsdam
Tel.: 0151/5500 44 44
kontakt@echris.org

Dr. Jürgen Franzen
Tel.: 0151/5500 44 45
juergen.franzen@echris.org

Dr. Dieter Miedza
Tel.: 0151/5500 44 41
dieter.miedza@echris.org

EchriS® ist eine beim deutschen Patent- und Markenamt eingetragene Wortmarke (Markennummer 30 2010 025 001).

Kontakt
Dr. Jürgen Franzen

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dieter.miedza@echris.org